Olympe de Gouges (1748 - 1793)
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Historiker interessieren sich offenbar auch heute noch mehr für Anzahl und Eigenschaften der Liebhaber von de Gouges als für ihr umfangreiches Werk und ihre politische Leistung. Immer noch möchte man Olympe de Gouges in den althergebrachten Klischees lieber als "Courtisane" und/oder als "Militante" sehen, als sich ernsthaft mit ihren Schriften zu befassen.
(Thiele-Knobloch, Gisela in: Olympe de Gouges: Denkschrift der Madame de Valmont; Frankfurt/Main, 1993; S 276)

Im deutschen Sprachraum bekannt geworden ist bislang lediglich de Gouges' Schrift Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin als Ergänzungskatalog zur
Erklärung der Rechte des Mannes und Bürgers (beide 1791). Diese Deklaration der Frauenrechte wurde von Hannelore Schröder in den 1970er Jahren entdeckt und wiederholt auf Deutsch publiziert. Unbekannt und unbeachtet blieb bis heute bis auf wenige Ausnahmen allerdings die übrige schriftliche Hinterlassenschaft de Gouges', seien es nun ihre Pamphlete und offenen Briefe, seien es ihre Romane und Dramen, die sie in der Zeit von ca. 1784 bis 1793 verfasste und mit denen sie den Aufbruch in ein neues Zeitalter mitgestaltete.

Das Werk von Olympe de Gouges ist bis dato auch auf Französisch noch nicht in seiner Gesamtheit erfasst worden. Pionierarbeit bei der Recherche hat Olivier Blanc geleistet. Auch die Arbeit der mittlerweile verstorbenen Gisela Thiele-Knobloch stellt einen wichtigen Beitrag dar.

Einige der heute bekannten, aber verschwundenen Titel finden sich auf der Inventarliste aus ihrem Nachlass. Möglicherweise wurden diese Texte - wie von Tilly vorgeschlagen - verbrannt:
... wir haben gedacht, dass diese Papiere keinesfalls verkauft werden dürfen, genau wie die Bücher, denn es wäre unendlich gefährlich, sie in der Öffentlichkeit herumzureichen, wo sie den Gemeingeist vergiften könnten [...] Wenn du es für zweckmäßig hältst, werde ich alle Druckschriften verbrennen ...
(Friedensrichter Tilly in einem Brief an den öffentlichen Ankläger über den Nachlass Olympe de Gouges'
nach deren Hinrichtung im November 1793)

 
Andere Texte (auf die de Gouges in ihren erhaltenen Schriften verweist) sind ebenfalls unauffindbar. Das gilt besonders für viele ihrer Schauspiele. Folgende Texte liegen uns nicht vor: Liste als pdf. Hilfe und Hinweise sind willkommen.


Leseproben in deutscher Übersetzung:

Zamore et Mirza, 1788 (Schauspiel)
 
Le couvent ou les vœux forcés, 1790 (Schauspiel)
 
Les droits de la femme, 1791 (Gesetzesvorlage)
 
L'esprit français, 1792 (Pamphlet)
 
Le bon sens français, 1792 (Pamphlet)
 
Grande éclipse du soleil Jacobiniste et de la lune Feuillantine, 1792 (Pamphlet)
 
Le Prince Philosophe, 1792 (Roman)

© 2008   Viktoria Frysak