| Historiker
interessieren sich offenbar auch heute noch mehr für Anzahl und Eigenschaften
der Liebhaber von de Gouges als für ihr umfangreiches Werk und ihre
politische Leistung. Immer noch möchte man Olympe de Gouges in den
althergebrachten Klischees lieber als "Courtisane" und/oder
als "Militante" sehen, als sich ernsthaft mit ihren Schriften
zu befassen.
(Thiele-Knobloch, Gisela in: Olympe de
Gouges: Denkschrift der Madame de Valmont; Frankfurt/Main, 1993;
S 276)
Im deutschen Sprachraum bekannt geworden ist bislang lediglich de Gouges'
Schrift Erklärung
der Rechte der Frau und Bürgerin als Ergänzungskatalog zur
Erklärung der Rechte des Mannes und Bürgers
(beide 1791). Diese Deklaration der Frauenrechte wurde von Hannelore
Schröder in den 1970er Jahren entdeckt und wiederholt auf Deutsch
publiziert. Unbekannt und unbeachtet blieb bis
heute bis auf
wenige Ausnahmen allerdings die übrige schriftliche Hinterlassenschaft
de Gouges', seien es nun ihre Pamphlete und offenen Briefe, seien es ihre
Romane und Dramen, die sie in der Zeit von ca. 1784 bis 1793 verfasste
und mit denen sie den Aufbruch in ein neues Zeitalter mitgestaltete.
Das Werk von Olympe de Gouges ist bis dato auch auf Französisch noch
nicht in seiner Gesamtheit erfasst worden. Pionierarbeit bei der Recherche
hat Olivier
Blanc geleistet. Auch die Arbeit der mittlerweile verstorbenen Gisela
Thiele-Knobloch stellt einen wichtigen Beitrag dar.
Einige der heute bekannten, aber verschwundenen Titel finden sich auf
der Inventarliste aus ihrem Nachlass. Möglicherweise wurden diese
Texte - wie von Tilly vorgeschlagen - verbrannt:
... wir haben gedacht, dass diese Papiere keinesfalls
verkauft werden dürfen, genau wie die Bücher, denn es wäre
unendlich gefährlich, sie in der Öffentlichkeit herumzureichen,
wo sie den Gemeingeist vergiften könnten [...] Wenn du es für
zweckmäßig hältst, werde ich alle Druckschriften verbrennen
...
(Friedensrichter Tilly in einem Brief an den öffentlichen
Ankläger über den Nachlass Olympe de Gouges'
nach deren Hinrichtung im November 1793)
Andere Texte (auf die de Gouges in ihren erhaltenen
Schriften verweist) sind ebenfalls unauffindbar. Das gilt besonders für
viele ihrer Schauspiele. Folgende Texte liegen uns nicht vor: Liste
als pdf. Hilfe und Hinweise sind willkommen.
Leseproben
in deutscher Übersetzung:
Zamore et Mirza,
1788 (Schauspiel)
Le couvent ou les vœux forcés,
1790 (Schauspiel)
Les
droits de la femme, 1791 (Gesetzesvorlage)
L'esprit français,
1792 (Pamphlet)
Le bon sens français,
1792 (Pamphlet)
Grande
éclipse du soleil Jacobiniste et de la lune Feuillantine, 1792
(Pamphlet)
Le Prince Philosophe,
1792 (Roman)
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