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Historiker interessieren
sich offenbar auch heute noch mehr für Anzahl und Eigenschaften der
Liebhaber von de Gouges als für ihr umfangreiches Werk und ihre politische
Leistung. Immer noch möchte man Olympe de Gouges in den althergebrachten
Klischees lieber als "Courtisane" und/oder als "Militante"
sehen, als sich ernsthaft mit ihren Schriften zu befassen.
(Thiele-Knobloch, Gisela in: Olympe de
Gouges: Denkschrift der Mme de Valmont; Frankfurt/Main, 1993)
Im deutschen Sprachraum bekannt geworden ist bislang lediglich de Gouges'
Schrift Erklärung
der Rechte der Frau und Bürgerin als Ergänzungskatalog zur
Erklärung der Rechte des Mannes und Bürgers
(beide 1791). Diese Deklaration der Frauenrechte wurde von Hannelore
Schröder in den 1970er Jahren entdeckt und wiederholt auf Deutsch
publiziert. Unbekannt und unbeachtet blieb bis
heute bis auf
wenige Ausnahmen allerdings die übrige schriftliche Hinterlassenschaft
de Gouges', seien es ihre Pamphlete und offenen Briefe, seien es ihre
Romane und Dramen, die sie in der Zeit von ca. 1784 bis 1793 verfasste
und mit denen sie den Aufbruch in ein neues Zeitalter mitgestaltete.
Das Werk von Olympe de Gouges ist bis dato auch auf Französisch noch
nicht in seiner Gesamtheit erfasst worden. Pionierarbeit bei der Recherche
hat Olivier
Blanc geleistet. Auch die Arbeit der mittlerweile verstorbenen Gisela
Thiele-Knobloch stellt einen wichtigen Beitrag dar.
Leseproben
in deutscher Übersetzung:
Zamore et Mirza, 1784 (Schauspiel)
Réflexions
sur les hommes nègres, 1788 (Pamphlet)
Préface
pour les dames, 1788 (Widmung)
Molière
chez Ninon, 1788 (Schauspiel)
Lettre
au peuple, 1788 (offener Brief)
Remarques
patriotiques, 1788 (offener Brief)
Projet
d'impot étranger au peuple, 1788 (offener Brief)
Dialogue
allégorique entre la France et la vérité, 1789
(Pamphlet)
Le
bonheur primitif de l'homme, 1789 (Abhandlung)
Projet
d'un second théâtre français, 1789 (Pamphlet)
Le cri du
sage, 1789 (Pamphlet)
Pour
sauver la Patrie, il faut respecter les trois Ordres, 1789 (Pamphlet)
Avis
pressant ou réponse à mes calomniateurs, 1789 (Pamphlet)
Mes
voeux sont remplis, 1789 (Pamphlet)
Discours
de l'aveugle aux français,
1789 (Pamphlet)
Lettre á Monseigneur le duc d'Orleans, 1789 (offener Brief)
L'ordre
national, 1789 (Pamphlet)
Le couvent ou
les vœux forcés, 1790 (Schauspiel)
Les
droits de la femme, 1791 (Gesetzesvorlage)
L'esclavage
des noirs, 1789 (Schauspiel - überarbeitet Neuauflage von Zamore
et Mirza)
L'esprit
français, 1792 (Pamphlet)
Le
bon sens français, 1792 (Pamphlet)
Grande
éclipse du soleil Jacobiniste et de la lune Feuillantine, 1792
(Pamphlet)
Le
Prince Philosophe, 1792 (Roman)
Les trois
urnes, 1793 (Wandzeitung)
Une
patriote persécutée à la Convention nationale, 1793
(Wandzeitung)
Au
tribunal révolutionnaire, 1793 (Wandzeitung)
Einige der heute bekannten, aber verschwundenen Titel finden sich auf
der Inventarliste aus ihrem Nachlass. Möglicherweise wurden diese
Texte - wie von Tilly vorgeschlagen - verbrannt:
... wir haben gedacht, dass diese Papiere keinesfalls
verkauft werden dürfen, genau wie die Bücher, denn es wäre
unendlich gefährlich, sie in der Öffentlichkeit herumzureichen,
wo sie den Gemeingeist vergiften könnten [..] Wenn du es für
zweckmäßig hältst, werde ich alle Druckschriften verbrennen
...
(Friedensrichter Tilly in einem Brief an den öffentlichen
Ankläger über den Nachlass Olympe de Gouges'
nach deren Hinrichtung im November 1793)
Andere Texte (auf die de Gouges in ihren erhaltenen
Schriften verweist) sind ebenfalls unauffindbar. Das gilt besonders für
viele ihrer Schauspiele. Folgende Texte liegen uns nicht vor: Liste
als pdf. Hilfe und Hinweise sind willkommen.
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