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Avis
pressant ou réponse à mes calomniateurs,
1789
[...]
Nichts ist einfacher, als die Köpfe zu erhitzen, und wenn der Aufruhr
weit fortgeschritten ist, ist nichts schwieriger, als seine Wirkungen aufzuhalten.
Ein Text, der nur Patriotismus ausstrahlt, wird in unseren Tagen wenig geschätzt.
Man hängt sich nur an die bösartigen Schriften, an diese feurigen
Federn, die zugleich die Herzen und die Geister der Bürger in Brand
setzen. Haben all diese hetzerischen Schriften etwas Nützliches hervorgebracht?
Das Verderben des Staates, des Volkes und der Großen. Man hat sie
gelesen, diese aufrührerischen Schriften, und sie haben die Öffentlichkeit
in die Irre geführt.
Ja, ich bescheinige, dass die Literaten für den Staat unheilbringend
sind. Gelegentlich verursachen sie seinen Umsturz, genauso wie sie zu seiner
Blüte beitragen könnten, wenn die Liebe zum Guten immer ihre Federn
führte.
Wenn man einen Menschen nach seinen Schriften und nach seinen Handlungen
beurteilte, würden zweifellos meine Grundsätze - und ich wage
zu sagen: meine gute Moral - all den wahren Franzosen nicht entgehen.
Das sind, wie es mir scheint, die Wahrheiten, die die Weisen bestätigen
und die die Dummen nicht versäumen, auf ihre Art zu verändern.
Ich kann mich nicht mit diesem unnützen Geschrei aufhalten. Ich bin
mit meinen Forderungen zu weit gegangen, um mich nicht in aller Öffentlichkeit
zu zeigen. Ich muss mich rechtfertigen und es ist die gesamte Öffentlichkeit,
die ich in den Zeugenstand rufe. Die öffentliche Stimme ist manchmal
leichtfertig, aber im Allgemeinen ist sie gerecht. Sie ist es, die mich
ermutigt, ihre Stimme siegt über die Verleumdung.
Um die öffentliche Stimme, die meine patriotischen Schriften mir eingetragen
hat, ins Schwanken zu bringen, verbreiten unbesonnene Menschen überall,
dass ich Liebhaber gehabt habe. Gewiss, diese Bemerkung ist neu und ganz
besonders wesentlich.
Muss man mich auch noch zwingen hinzuzufügen, dass ich mit sechzehn
Jahren Witwe und meine [eigene] Lehrmeisterin geworden bin, dass ich es
schwieriger hatte als jede andere. Aber zwischen den Klippen, die mich umgaben,
eröffnete sich meinen Augen ein ehrenwerter Lebensweg. Ich habe mich
mit Mut darauf gestürzt, ich bin lange über Dornen gegangen, und
im Moment des Pflückens einer Rose auf meine schwachen Schriften hin,
wollen liebenswerte Franzosen – oder, um die Wahrheit zu sagen, was
es an Lächerlichstem von diesem Charakter gibt –, dass ich wieder
jung sei, mich mit meinen Reizen beschäftige, nur daran denke zu gefallen
und völlig von der Literatur absehe. Die Überspanntesten versichern,
dass meine Werke nicht von mir sind und dass ich den dummen Stolz besitze,
mich mit fremden Federn zu schmücken, dass es in meinen Schriften zuviel
Kraft und Gesetzeskenntnis gibt, als dass sie die Arbeit einer Frau sein
könnten.
Erbärmliche und lächerliche Verleumder, man hat euch das Lesen
gelehrt. Gewiss haben Sie aus der schönen Gnade, die man Ihnen gewährt
hat, einen besonders großen Nutzen gehabt, Sie haben großes
Wissen daraus gezogen, das sie abhält zu erkennen, dass man in jeder
Zeile meiner Schriften das Gepräge von Unwissenheit findet. Aber diese
Unwissenheit ist nicht unvereinbar mit einer natürlichen Geistesgabe.
Und was bringt Bildung ohne Geistesgabe hervor? Unerträgliche Dummköpfe,
Papageien des Hofes, die sich äußern und beurteilen ohne etwas
zu wissen oder zu ergründen.
Alleine mit der Geistesgabe habe ich große Entdeckungen machen und
gute Mittel vorschlagen können. Man wird sie abändern können,
aber man wird ihnen folgen, hoffe ich.
[...]
© Übersetzung: Viktoria Frysak, Corinne Walter 2009
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