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Lettre
á Monseigneur le duc d'Orleans, 1789
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Diese Getriebenheit, diese Regellosigkeit, dieses grauenvolle Chaos kann
nur die wertvolle Arbeit für den Staat und das Glück des Volkes
aufhalten. Die Generalstände würden, um sich ihr vollständig
zu widmen, einzig das Zusammengehen der drei Stände erwarten; und das
Volk würde, ohne nachzudenken, Waffen gegen sich selbst besorgen.
Man muss es also beruhigen, dieses erregte Volk. Mehr noch, gnädiger
Herr, man muss es trösten.
Es gibt keine Arbeit mehr, der Brotpreis ist für die Armen außerordentlich
hoch und der Arbeiter ist ohne Beschäftigung. Ich habe die patriotische
Gabe schon vorgeschlagen. Stellen Sie, gnädiger Herr, einen Antrag
in dieser Sache: Beginnen Sie selbst mit dieser Gabe und das Vaterland,
das bald Ihrem Beispiel folgt, wird die Fülle der Hinterländer
nach Frankreich zurückbringen und den Brotpreis herabsetzen, damit
die Unglücklichen es essen können. Die Franzosen würden Ihnen
nicht nur Ihr Wohl schulden, sondern Sie würden auch als die wahre
Stütze der Unglücklichen angesehen werden.
Durch diese Tat, gnädiger Herr, werden Sie den Neid und all die ungerechten
Verdächtigungen entlarven. Sie werden dann einen wahren Erfolg genießen,
Sie werden dann den Titel des ersten Prinzen von Geblüt ins schönste
Licht setzen, und mit diesem verbesserten Titel werden Sie auf ewig Ihre
Feinde entlarven. Wenn ich einen Moment an all Ihren Tugenden zweifeln könnte,
würde ich mich von diesem Augenblick an für verloren ansehen,
würde ich mich von diesem Moment an vom Volk hingeschlachtet sehen.
Ich, die ich nur sein Wohl und seine Ruhe gewollt habe, ich, die ich in
all meinen Schriften die schönen Seelen zu seinen Gunsten angestachelt
habe, ich, die ich vielleicht die Autorin all der Wohltaten bin, die sich
diesen Winter in der Hauptstadt verbreitet haben werden, ich schließlich,
der man nicht eine Schrift gegen den Patriotismus und gegen die Menschlichkeit
nachsagen kann. Dieser Lohn wäre schrecklich, aber zu diesem Preis
würde ich dem Leben nicht nachtrauern. Solcherart sind meine Grundsätze,
gnädiger Herr, meine Vorgehensweisen und meine unabänderlichen
Empfindungen.
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© Übersetzung: Viktoria Frysak, Corinne Walter 2009
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