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Pour
sauver la Patrie, il faut respecter les trois Ordres,
1789
[...]
Es sollen die Generalstände sich nicht länger täuschen: Sie
sollen sich mit kühlem Kopf vergewissern, dass die verzweifelte Öffentlichkeit
beginnt, es satt zu haben, dass das Elend allgemein geworden ist, dass die
Hungersnot sich am Land ausbreitet, dass der Bauer seine Hütte verlässt
und dass er weder Kraft noch Entschlossenheit übrig hat, um die Erde
zu bearbeiten.
Welches Volk wäre glücklicher, wenn es erkennen wollte, dass Frankreich
der reichste, fruchtbarste und angenehmste Boden Europas ist, wenn die leidende
Menschheit unter diesen Umständen ihren Verstand erleuchtete, wenn
es sich sagen könnte, dass das Leben des Menschen so kurz und stürmisch
ist, dass er sich nicht auch noch selbst zusätzliche Qualen bereiten
soll!
Wenn die Not in Frankreich schon seit langem groß ist, was gäbe
es erst für ein Elend in einem Bürgerkrieg nach dieser Not?
Die Wechsel der Bank, die Diskontscheine der Kassen und selbst das Gold
würden keinen Kurs und keinen Wert mehr haben, so wie alle erdenklichen
Schätzen. Man würde sich die Lebensnotwendigkeiten nicht verschaffen
können und die Franzosen, die gezwungen wären, wie die Tiere Wiesen
abzuweiden, würden ihr Schicksal beschließen, indem sie zu spät
dem Glück und dem Leben nachtrauerten, die sie in einem grauenvollen
Blutbad verloren hätten.
Wenn die Generalstände im Augenblick der Gefahr diese Wahrheit erkennen,
wenn die klagende Menschheit, die sie inständig auf Knien anfleht,
eine der beiden Parteien dazu bringt, ihrem Bitten nachzugeben, ist das
Königreich gerettet. Alles wird in dem Moment wiedererstehen, in dem
alles sich zu zerschlagen scheint.
Der Schmerz trägt mich über mein Geschlecht hinweg und sollte
er mich auch der Gefahr aussetzen, dass ich ganz alleine daran zugrunde
gehe, führt mich mein Eifer [dennoch] bis an den Fuß des Throns.
Ja, Sire, man täuscht sie, man missbraucht die Güte der Prinzen,
der Adel selbst ist im Irrtum.
Der kleinste Ihrer Untertanen ist ganz bereit zum Aufstand, die Köpfe
aller Bürger sind erhitzt, der Aufruhr hat seinen Höhepunkt erreicht
und seine Auswirkungen werden schrecklich und grausam sein.
Sire, hören sie nur auf die Stimme Ihres Herzens. Ihr Minister erhält
noch einen Rest an Vertrauen aufrecht, und dieser schwache Rest erhält
das Vaterland aufrecht und bewahrt all Ihre Untertanen.
Er ist dem Wohl Frankreichs nützlich und darüber hinaus den Franzosen
teuer.
Ja, Sire, es ist eine Frau, die so zu Ihnen spricht, eine einfache Privatperson,
die nichts als das Wohl ihres Landes sieht. Letztlich eine wahre Französin,
die ihren König liebt und achtet und die sich opfern würde, um
ihr Land zu retten. Nicht wie Jeanne d’Arc mit dem Schwert in der
Hand, nicht der Fanatismus erweckt ihren Eifer. Es sind die Vernunft und
die Wahrheit, die ihren Mut lenken und es ist die Stimme der Milde, nicht
die der Waffen, mit der sie es wagt, Ihnen, Sire, darzustellen, dass es,
um Ihr Königreich zu retten, notwendig ist, Ihre Untertanen einander
anzunähern und sie durch Ihr Beispiel zu erkennen zu zwingen, dass
unter solch stürmischen Umständen allein die Mäßigung
die Ruhe zurückbringen und zeigen kann, dass das Gemeinwohl das einzige
Ziel sein muss, noch dem alle Geister streben sollen.
Der Dritte Stand muss einsehen, dass das Volk in diesem Moment imstande
ist, einen falschen Eindruck zu gewinnen, dass [deshalb] selbst in seinen
Versammlungen seine Mitglieder nicht das Recht haben, Einhaltungen zu machen,
ohne sie besonders darzulegen, und dass, wenn sich im Aufruhr nicht die
Stimme der Weisen erheben kann, die Mittel übereinzukommen undurchführbar
würden.
Es wäre also nötig, dass die Nation sich nur [dann] öffentlich
versammelte, wenn die drei Stände vereint und über das Gemeinwohl
einig sind.
[...]
© Übersetzung: Viktoria Frysak, Corinne Walter 2009
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