Olympe de Gouges (1748 - 1793)
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«Das Schlechte, das bezahlt wird, ist immer noch gut. Das Gute, das man verschenkt, ist niemals etwas wert» Ich habe gelernt, eine Lebensregel aus dieser Erfahrung zu machen. Ich bin auf den Geschmack gekommen, ein Vermögen zu machen, ich will es machen und ich werde es machen.
„Ich werde es machen“, sage ich, „den Neidern, der Kritik und sogar dem Schicksal zum Trotz, denn ich sehe wohl, dass es nötig ist, ihm die Zähne zu zeigen, wenn ich meine Genugtuung erlangen will. Ich sehe auch, dass unser Leben nur ein Spiel ist, und dass derjenige, der nicht rechnen kann, immerzu verliert. Ich habe mit mathematischer Genauigkeit gelernt, mich auf meine Kosten zu erhalten.“
(aus den Vorwort von Le couvent ou les voeux forcés)

Ich vermache mein Herz dem Vaterland, meine Rechtschaffenheit den Männern (sie haben sie nötig). Meine Seele den Frauen, ich mache ihnen kein unwichtiges Geschenk; meine kreative Geisteskraft den Dramatikern, sie wird ihnen nützlich sein, besonders meine darstellerische Folgerichtigkeit dem berühmten Chesnier; meine Uneigennützigkeit den Ehrgeizlingen, meine Philosophie den Verfolgten, meine Geisteshaltung den Fanatikern, meine Religion den Atheisten, meinen offenherzigen Frohsinn den Frauen in den Wechseljahren und all die mickrigen Trümmer, die mir von einem redlichen Vermögen geblieben sind, meinem natürlichen Erben, meinem Sohn, wenn er mich überlebt.
(aus: Testament politique d'Olympe de Gouges)

Lassen wir mein Geschlecht beiseite. Auch Frauen verfügen über Heldentum und Großmut, die Revolution zeigt mehr als ein Beispiel davon.
(aus: Olympe de Gouges, défenseur officieux de Louis Capet)

Wenn man Selbstwertschätzung besitzt, steht man über den Vorurteilen. Derjenige, der den Lauf des Lebens mit einem philosophischen Auge betrachtet, hält sich nicht mit den eitlen Meinungen der Menschen auf, er wird glücklich in der Gesellschaft derjenigen, die mit ihm sympathisieren, ohne populäre Ideen anzunehmen.
(Christine in: Molière chez Ninon)

Oft haben die einfachsten Mittel große Wirkungen erzeugt; sollte man sich fürchten, sie anzuwenden, weil sie einfach sind? Sollte man sich fürchten, ihre Umsetzung in Angriff zu nehmen, weil es eine Frau ist, die sie vorschlägt?
(aus: Remarques patriotiques)

Die republikanischen Gesetze versprachen uns, dass keine ungesetzliche Macht die Bürger treffen würde, jedoch hat mir inmitten eines freien Volkes ein Willkürakt, den über die Werke des menschlichen Geistes zu verhängen sogar die Inquisitoren des Ancien Régime errötet wären, soeben meine Freiheit geraubt. Ist in Artikel 7 der Verfassung die Freiheit der Meinung und der Presse nicht als das kostbarste Erbe des Menschen verankert?
(aus: Au tribunal révolutionnaire)

Ja, wenn das Massaker stattfindet, werde ich vielleicht eine der ersten geopferten Leidtragenden sein. Aber meine Mörder mögen zittern: Alles wird aufgerechnet werden, wenn ich nicht mehr sein werde.
(aus: Une patriote persécutée à la Convention nationale)

Aber weil die Extreme einander berühren und weil das Übermaß an Übel immer das Gute gebiert, scheint es das Wesen von Revolutionen zu sein, durch Ausschreitungen selbst Regierungen aus ihrer Verderbtheit heraus zu erneuern.
(aus: Les trois urnes)

Eine große Zahl an Frauen von guter Herkunft ist verloren, weil die Männer, die sich aller Dinge bemächtigt haben, die Frauen darum gebracht haben, zu Ehren zu kommen und sich ein brauchbares und nachhaltiges Auskommen zu verschaffen. Warum also soll mein Geschlecht nicht eines Tages vor dieser Menge an Unbesonnenheiten gerettet werden, durch die es sein geringes Vorwärtskommen in Gefahr bringt?
(aus: Le bonheur primitif de l'homme)

Die Literatur ist eine Leidenschaft, die bis zum Wahn führt. Diese Leidenschaft hat mich während zehn Jahren meines Lebens ununterbrochen beschäftigt. Sie hat ihre Unruhen, ihre Aufregungen, ihre Qualen wie die der Liebe.
(aus den Vorwort von Le couvent ou les voeux forcés)

Wenn der Neid mich auf meinem Weg Verleumder von ungewöhnlicher Macht hat treffen lassen, werde ich eines Tages für die Nachwelt interessanter sein, wenn die Originalität meiner Schriften nicht den Anspruch darauf erheben können wird, wird vielleicht mein Unglück mich allen Menschen empfehlenswert machen, und man wird erkennen, dass eine Frau, die ihr ganzes Werk aus sich schöpft, nicht nur das Wohlwollen der Großen, sondern die Wertschätzung aller Menschen verdient.
(aus: Lettre au peuple)

Amerika, Frankreich und vielleicht die ganze Welt werden ihren Fall, den Niedergang der Imperien und den Untergang von Kunst und Wissenschaft einigen Besessenen verdanken, die Frankreich hervorgebracht hat. Das ist vielleicht die unheilvolle Wahrheit.
(aus dem Vorwort von L'esclavage des noirs)

Sie hüten sich gut davor, uns zu bilden. Wenn wir unversehens zur Einsicht kämen, würde uns vor dem Zustand grauen, in den sie uns versetzt haben, und wir würden ein so grausames wie schmachvolles Joch abschütteln können.
(Zamore in Zamore et Mirza)

... diesen kurzen und schnellen Ablauf eines stürmischen Lebens aufzubessern, das ist es, was mir die Einsicht diktiert, die mir noch nicht allzu fasslich ist. Ich gebe sogar zu, dass ich sie nur mit ziemlicher Mühe entdeckt habe. Sie schien fremd in Frankreich, sie schien sich jedoch mit der Sprache seiner Einwohner vertraut machen zu wollen und sie hat sich mir nach einer langen Forschungsarbeit wie ein Schutzengel gezeigt, den ein Gott in die Hände der Natur gelegt zu haben scheint, um über des Erbe der Menschen zu wachen und seine Gaben unterschiedslos auf sie zu verteilen.
(Le bon sens français ...)


... mit einem Wort, ich werde zur Hölle gehen, aber ich werde nicht alleine gehen, jemand wird mir dorthin folgen.
(aus dem Vorwort von Mirabeau aux champs-elysées)


... dass ein guter König noch nicht alles geschafft hat, wenn er sein Volk glücklich gemacht hat, dass er seinen Erben in die Lage versetzen muss, eines Tages in seinen Spuren zu wandeln, dass er der erste Lehrer seines Sohnes sein und ihm zeigen muss, dass ein König der beklagenswerteste Mensch ist, wenn er von seinem Volk nicht bewundert und respektiert wird, dass er sich selbst betrügt, wenn er denkt, dass er nur zum Regieren da ist, dass er nichts anderes als das Vertrauen von Seinesgleichen hat, wenn man die höchste Macht seinen Händen überantwortet hat, dass er dieses heilige anvertraute Gut niemals missbrauchen darf und dass er jeden Schmeichler bekämpfen muss, der ihn fernhalten wollte von den Grundsätzen eines weisen Königs ...
(aus: Le Prince Philosophe)

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